Bündner Cup: FCC – Valposchiavo 2:6
Celerina lange auf Augenhöhe – Valposchiavo erst spät deutlich
Auf dem Papier schien die Ausgangslage im Bündner Cup-Halbfinal klar: Der FC Celerina aus der 4. Liga empfing mit Valposchiavo Calcio einen Gegner aus der 2. Liga.
Doch was sich auf dem Platz abspielte, war über weite Strecken deutlich ausgeglichener, als es das Schlussresultat vermuten lässt.
Der FC Celerina startete mutig und setzte früh ein erstes Ausrufezeichen. Bereits in der 2. Minute wurde Samuel Ikpefan mit einem präzisen Steilpass lanciert, tauchte alleine vor dem gegnerischen Torhüter auf, verzog jedoch knapp. Eine hundertprozentige Chance – und in solchen Spielen oft entscheidend.
Valposchiavo benötigte rund zehn Minuten, um ins Spiel zu finden, übernahm danach aber zunehmend die Kontrolle. Erste Abschlüsse folgten, doch Celerina-Goalie Diego Carrajo zeigte sich in Topform und hielt sein Team mit mehreren starken Paraden im Spiel.
In der 24. Minute fiel dennoch die Führung für die Gäste: Nach einem Eckball stieg VPC Spieler Saran Rampa am höchsten und köpfte zum 0:1 ein. Celerina liess sich davon jedoch nicht beirren und blieb gefährlich. Nach einem schnellen Konter in der 31. Minute klärte ein Verteidiger von Valposchiavo den Ball beinahe ins eigene Tor. Kurz darauf setzte Pedro Pereira einen Abschluss nur knapp neben den Pfosten.
Kurz vor der Pause bot sich Valposchiavo nochmals eine gute Gelegenheit im Konter, doch erneut blieb Carrajo im Eins-gegen-eins Sieger. Mit dem knappen Rückstand ging es in die Pause – die Partie war weiterhin völlig offen.
Auch nach dem Seitenwechsel kam Celerina engagiert aus der Kabine. Aggressiv in den Zweikämpfen und mit viel Laufbereitschaft suchte das Heimteam den Ausgleich. Wieder wurde Ikpefan in die Tiefe geschickt, doch erneut scheiterte er am gegnerischen Schlussmann.
Dann folgte die spielentscheidende Phase – und eine kalte Dusche für den FC Celerina. In der 55. Minute nutzte Mattia Cathieni einen Konter eiskalt zum 0:2. Nur fünf Minuten später führte ein Ballverlust im Aufbau zum nächsten Gegentor – 0:3 erneut durch Cathieni. Spätestens jetzt kippte das Spiel. In der 72. Minute vollendete Cathieni seinen Hattrick und stellte nach einem weiteren schnellen Gegenstoss auf 0:4.
Trotz des klaren Rückstands gab sich Celerina nicht auf. In der 84. Minute hatte Pedro Pereira Pech, als sein Abschluss an die Latte klatschte. Kurz darauf fiel zwar das 0:5 durch Alessandro Fanconi– erneut nach einem Konter –, doch der FC Celerina zeigte Moral.
In der 86. Minute setzte sich Carlos Tejo stark durch und traf aus spitzem Winkel zum 1:5. Nur wenige Minuten später sorgte Giuliano Colja mit einem sehenswerten Distanzschuss aus rund 25 Metern ins Lattenkreuz für das 2:5. Für einen kurzen Moment keimte nochmals Hoffnung auf. Diese wurde jedoch in der Nachspielzeit endgültig erstickt, als Alberto Moroni nach einem weiteren Konter zum 2:6-Endstand traf.
Ein intensiver Cup-Fight mit viel Einsatz und Emotionen. Das klare Resultat widerspiegelt den Spielverlauf nur bedingt, denn lange hielt der FC Celerina stark dagegen und verlangte dem höherklassigen Gegner alles ab.
Für den FC Celerina spielten:
Diego Carrajo, Lothar Homann, Sebastian Pfäffli, Gregor Steiner ©, Stefan Christeler, Linard Peer, Carlos Tejo, Pedro Pereira, Giuliano Colja, Joel Bassin, Samuel Ikpefan, Peter Evans, Claudio Cadonau, Fabrizio Forcella, Emmanuel Agbike, Pedor Cardoso, Patrik Sequcira, Federico Fanconi