Bündner Cup: SC Rhäzüns – FCC 5:6 n.P.

Bündner Cup: SC Rhäzüns – FCC 5:6 n.P.

Der FCC erreicht die zweite Cup-Runde

Endlich ging es wieder los. Nachdem die letzte Saison in der Winterpause abgebrochen wurde und die Celeriner Fussballer frühzeitig aus ihrem Trainingslager zurückkehrten, stand für die Mannschaft des neuen Trainer-Duos Carlos Amado und Amos Sciuchetti am vergangenen hitzigen Sonntagnachmittag das erste Spiel im Bündner Cup der Saison 2020/2021 an. In der Zwischenzeit hatte sich einiges getan. Der langjährige Coach Marco Jola verliess den Verein im Juni nach fünf Jahren als Trainer der ersten Mannschaft und weiteren 17 Jahren in anderen Funktionen. Auch auf dem Spielfeld tat sich etwas. Neu wird vor und nach dem Spiel auf Handshakes verzichtet und jeder Spieler bringt seine eigene Trinkflasche mit zur Partie. Für das Auswärtsspiel gegen den 4. Ligisten SC Rhäzüns, mit dem sich der FCC in den letzten Saisons einige umkämpfte Duelle lieferte, waren die Spieler nach der langen Wartezeit hochmotiviert. Das Ziel war klar: Man will diese Saison im Bündner Cup weiterkommen, um in den nächsten Runden die oberklassigen Gegner herauszufordern.

Den Teams merkte man die lange Zeit ohne Ernstkampf an. Die erste Viertelstunde des Spiels übten sie sich im gegenseitigen Abtasten. Es dauerte bis zur 18. Minute, bis der FC Celerina seine erste Tormöglichkeit verzeichnen konnte. Nach einem Freistoss im Mittelfeld kam Andre Magalhaes im gegnerischen Strafraum mit dem Kopf an den Ball. Der Versuch landete in den Händen des Rhäzünser Torwarts. Das Spielgeschehen fand grösstenteils im Mittelfeld statt, Torchancen waren Mangelware. Nach der hitzebedingten Trinkpause zur Hälfte der ersten Halbzeit fasste sich Patrick Barros ein Herz und zog aus gut 25 Metern ab. Der Ball segelte äusserst knapp über die Querlatte. Die Celeriner hatten das Spiel nun besser in der Hand und mehr Spielanteile. Nach 38 Minuten schickte Cadonau Stürmer Carlos Tejo in die Tiefe, dem es allerdings nicht mehr gelang, am Torhüter vorbei ins Goal zu schieben. Kurz vor der Halbzeitpause flankte Barros nochmals in die Mitte auf Gafur Jusufi, der wiederum auf Pedro Pereira ablegte. Der herauseilende Rhäzünser Torwart machte sich gross, sodass es Pereira knapp misslang, ihn zu überlupfen.

Mit deutlich höherem Ballbesitz und einem Chancenplus war der FCC in der ersten Hälfte tonangebend. Die Gastgeber aus Rhäzüns steigerten sich nach dem Seitenwechsel jedoch und erzielten zwei Minuten nach Wiederanpfiff beinahe den Führungstreffer. FCC-Torwart Diego Carrajo gelang es glücklicherweise, den Hammer aus 20 Metern mirakulös über die Latte zu lenken. Im Gegenzug hatten die Gäste aus dem Engadin ihrerseits gleich eine Möglichkeit. Simmermacher lancierte Carlos Tejo, der direkt zum Elfmeterpunkt auf Pereira hereingab, der alleine vor dem Torwart den Ball aber nicht richtig traf. Der FC Celerina wollte das erste Tor nun unbedingt und spielte nunmehr offensiver. Die dadurch entstandenen Räume in der Hintermannschaft nutzte der SC Rhäzüns nach 51 Minuten eiskalt aus. Mit wenigen Pässen spielten sie sich vor das Celeriner Tor, wo der SCR-Stürmer die Gastgeber via Pfosten unhaltbar in Führung schoss. Im Anschluss mühte sich der FC Celerina ab, die nun defensiver spielende gegnerische Abwehr zu überwinden. Dies wollte allerdings kaum gelingen. Die Celeriner liessen sich aber nicht beirren und versuchten es wieder und wieder. Eine Viertelstunde vor Schluss wehrte der SCR-Goalie einen Abstauber von Patrick Barros von der Sechszehnergrenze ab. Danach dauerte es bis zur 90. Minute, bis Barros erneut zu einer Möglichkeit kam. Er profitierte von einem Fehler in der Rhäzünser Defensive und zog auf den gegnerischen Schlussmann zu, der goldrichtig stand und das Geschoss parieren konnte. Das Cup-Aus kam für die Celeriner immer näher. In der dritten Minute der Nachspielzeit wurde ihnen nochmals ein Freistoss aus aussichtsreicher Position zugesprochen. Diesen konnten die Rhäzünser nicht aus dem Strafraum befreien und so kam der Ball zu FCC-Innenverteidiger Gregor Steiner, der den Ball in Zlatan-Manier volley mit der Hacke im Kasten versorgte. Gross war die Freude über den Ausgleich in der allerletzten Minute. Sie hielt jedoch nur kurz und wich gleich wieder der Nervosität, denn nach dem Schlusspfiff stand das Elfmeterschiessen an, da im Bündnercup bei einem Unentschieden nach 90 Minuten auf eine Verlängerung verzichtet wird und die Entscheidung vom Penaltypunkt fällt.

Die Celeriner mussten zuerst ran und Patrick Barros trat zum ersten Elfmeter an. Drüber. Der nächste Schütze des SCR verwandelte und brachte die Gastgeber so in Führung. Gafur Jusufi glich für den FC Celerina unten links zum 1:1 aus. Wieder war ein Rhäzünser an der Reihe, der ebenfalls traf und auf 2:1 erhöhte. Tobias Moreno glich mit einem satten Penalty aus – 2:2. Der nächste Rhäzünser behielt die Nerven ebenfalls und brachte sie wieder zum 3:2 in Front. Danach schob Renato Fonseca für den FCC unten links zum 3:3 ein. Der vierte Schütze auf Seiten des SCR hämmerte den Ball an die Latte. Dadurch war das Elfmeterschiessen wieder ausgeglichen. Ammar Jusufi machte den fünften Elfmeter für den FCC souverän in die linke untere Torecke zum 4:3. Nun musste der Rhäzünser treffen. Dies gelang ihm auch – 4:4 nach je fünf Schützen. Den nächsten Elfer verwandelte Thomas Ferreiro für den FC Celerina. Der sechste Schütze des SC Rhäzüns lief an, schoss, und sah seinen Elfer von FCC-Keeper Carrajo pariert. Damit war das Spiel aus und die Engadiner Gäste freuten sich über den Last Minute-Sieg im ersten Ernstkampf seit dem Oktober letzten Jahres.

 

Tore:
1:0 (51. Min.), 1:1 Gregor Steiner (90+3. Min.);

Elfmeterschiessen: Patrick Barros verschiesst, 1:0 SC Rhäzüns, 1:1 Gafur Jusufi, 1:2 SCR, 2:2 Tobias Moreno, 2:3 SCR, 3:3 Renato Fonseca, SCR verschiesst, 4:3 Ammar Jusufi, 4:4 SCR, 5:4 Thomas Ferreiro, Diego Carrajo hält den letzten Elfer des SCR.

 

Kader:
Diego Carrajo, Mustafa Jusufi, Gregor Steiner, Thomas Ferreiro, Claudio Cadonau, Patrick Barros, Jeronimo Simmermacher, Andre Magalhaes, Pedro Pereiro, Carlos Tejo, Gafur Jusufi, Francesco Catturani, Aitor Echechipia, Ammar Jusufi, Renato Fonseca, Manuel Bertogg, Kilian Steiner, Tobias Moreno.

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